12 von 12 im November

12 von 12 im November

Es ist Sonntag Abend, Titus liegt im Bett und Norman liest ihm gerade das erste Kapitel der „Kleinen Hexe“ vor. Da wir den „Tatort“ ja immer erst montags sehen können, nutze ich die Zeit und erzähle wieder einmal von unserem Tag nach dem Prinzip „12 von 12″(siehe „Draußen nur Kännchen„).

Der Tag beginnt mit Ausschlafen und einem gemütlichen Frühstück. Es regnet in Strömen draußen, und unser Plan, den Vormittag am Pool zu verbringen, ist dahin.

Stattdessen wird ausgiebig gespielt und Titus darf zum ersten Mal in seinem Leben eine DVD anschauen, die wir netterweise von unseren Nachbarn aus dem 10. Stock bekommen haben: „Leap Frog: Letter Factory„. Das passt gut, denn Titus begeistert sich ja momentan nicht nur für Zahlen, sondern auch für Buchstaben.

Norman wird von uns ins Gym geschickt, während ich mit Titus blitzschnell zwei Bleche voller Cookies backe, nach diesem Rezept.
Super lecker, wir mischen statt Schokolade „Sankt Martins“ (= Smarties) und Cranberries hinein und sind vom Probe-Keks sehr angetan!

Bis die restlichen Kekse abgekühlt sind, übe ich weiter an meinem aktuellen Projekt „Kopfstand lernen“, und Titus unterstützt mich dabei. Bald liegen wir gackernd am Boden.

Das Kind muss endlich aus dem Schlafanzug raus, denn es ist schon Mittag. Nach längerer Überredung steigt Titus tatsächlich in die Badewanne – da wir die ganze Woche regenbedingt nicht im Pool waren, ist ein Waschgang dringend nötig. Am Ende ist er wieder einmal kaum aus dem Wasser zu kriegen und steht danach stundenlang vor dem Spiegel, um sich eine „coole“ Frisur zu machen.

Schon ist es Zeit für den Aufbruch, heute nachmittag findet die Geburtstagsfeier von Titus‘ Kindergartenfreundin Arya und deren kleiner Schwester Reya statt. Ich kenne beide Kinder nicht, weiß nur, dass die Familie indischer Abstammung ist und wir sind sehr gespannt, wie so ein Kindergeburtstag hier abläuft.
Angekommen im Grand Hyatt Hotel in der Scotts Road suchen wir erst einmal eine Weile die richtigen Veranstaltungsräume. Auf einem Monitor entdecken wir dann den Hinweis auf Aryas Geburtstagsfeier (neben drei Hochzeiten).

Im Saal angekommen, staunen wir:
Es gibt ein riesiges Kuchenbuffet, eine Hüpfburg, einen Mal- und Basteltisch, einen Kinderschminktisch inkl. Kinderbetreuung, einen Ballon-Zauberer, einen Fotografen, ein Bällebad und dazu natürlich Getränke en masse. Die Räume sind wunderhübsch dekoriert und mit Blumen geschmückt, mindestens so aufwändig wie bei einer Hochzeitsfeier.

Wir werden nett begrüßt von der Familie der Geburtstagskinder, alle indischer Abstammung, aber auf der ganzen Welt lebend. Endlich lerne auch ich die beiden „Hauptpersonen“ Arya (Titus‘ Kindergartenfreundin) und Reya (die kleine Schwester) und die dazugehörigen Eltern kennen, und bald trudeln auch noch ein paar anderen Freunde aus derselben Kindergartengruppe ein.
Wir plaudern mit den Gästen, staunen über die internationale Mischung aus Dänen, Malayen, Chinesen, Singapurern, Indern… und noch mehr über das riesige Buffet im Nebenraum.

Dort gibt es alles, was das Kinderherz begehrt: Pizza, Nudeln, Pommes, Bratreis, Fischstäbchen, Frühlingsrollen, Samosa. Titus verspeist Unmengen und lässt sich dazwischen vom Ballon-Mann einen tollen „Spiderman“ knoten, tobt in der Hüpfburg, malt und bastelt und hat sichtlich Spaß.

Wie bei einer Hochzeitsfeier ist auch hier das Anschneiden der Torte ein Höhepunkt der Feier, und ich bin froh, dass ich nicht auf den Hinweis der Mutter gehört habe, die mir schrieb, dass „Geschenke nicht nötig“ seien – der Geschenkeberg ist beeindruckend groß!

Gegen halb sechs wir die Luft aus der Hüpfburg abgelassen, die Party löst sich auf und zum Abschied bekommt Titus noch eine Mitgebsel-Tasche voller Stifte, Aufkleber, Süßigkeiten und anderem Krimskrams. Norman steckt noch schnell die Visitenkarte des Ballonmanns ein, und wir machen uns auf den Heimweg. Während wir leicht ermattet im Bus sitzen, überschlagen wir die Kosten für so eine Feier in so einer Lokalität, und kommen auf ein paar tausend Singapur-Dollar. Puh!

Zuhause telefonieren wir ausgiebig mit der Familie, und obwohl Norman und ich von dem ganzen tollen Kuchen und dem restlichen Essen am Nachmittag völlig pappsatt sind, verlangt unser Sohnemann schon wieder nach Abendessen.

Also bekommt er noch eine schnelle Pasta mit Tomatensauce und wandert dann recht bereitwillig um 20 Uhr ins Bett. Ganz schön anstrengend, so ein Kindergeburtstag!

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