River Safari

River Safari

Wieder einmal hat Titus‘ Kindergarten geschlossen, diesmal aufgrund irgendeiner Fortbildung für die Erzieher. Leider bleibt das erhoffte „Lange-Ausschlafen“ aus. Da im Kindergarten zumindest in Titus‘ Gruppe darauf bestanden wird, dass die Kinder nach dem Mittagessen mindestens 30 Minuten hinliegen (und dabei natürlich meistens einschlafen), pennt unser Kind nun hin und wieder, obwohl er seit fast 1 1/2 Jahren ohne Mittagsschlaf bestens auskommt. Das Ende vom Lied: vor 22 Uhr ist an Einschlafen nicht zu denken. Und trotzdem kräht es um 7 Uhr: „Aufstehen, guten Morgen!“
Immerhin „darf“ ich nach dem Frühstück noch eine Ladung Wäsche in die Waschmaschine verfrachten – und finde dabei in einer der aufgestellten Fallen zwei riesige Kakerlaken vor, von denen eine noch mit den Fühlern zuckt. Todesmutig und mit sehr spitzen Fingern nehme ich die Falle, werfe sie in eine Tüte, mache einen fünffachen Knoten und schmeiße das Ding in hohem Bogen in den Müllschacht. Hoffentlich meldet sich der angefragte Kammerjäger bald mit einem Angebot!

Gegen halb zehn brechen Titus und ich per Bus auf, es ist bereits brütend heiß draußen, doch nach 40 Minuten Fahrt im Bus haben wir eiskalte Gliedmaßen und sind sehr froh, an der Endhaltestelle „Zoo“ aussteigen zu dürfen. Für heute habe ich im Vorfeld Tickets für die „River Safari“ gekauft; dessen Gelände direkt neben dem großen Zoo liegt und deren Schwerpunkt auf Fischen und anderen Wassertieren liegt. Erstaunlicherweise ist überhaupt nichts los, wir treffen nur auf wenige andere Besucher, und sind schon nach den ersten Metern begeistert. Auf beschatteten Wegen führt uns die Route durch verschiedene Bereiche, die alle anhand der großen Flüsse gestaltet wurden. Die entsprechenden Tierarten sind dort zu bewundern, neben Fischen und Krokodilen gibt es Affen und Vögel zuhauf zu entdecken, die Terrarien, Aquarien und Volieren sind riesig und wir haben immer beste Sicht.

Am großen „Mekong“-Aquarium ist gerade eine Rochenfütterung zugange, ein Taucher reicht dem metergroßen Rochen kleine Fische und Krabben an, direkt vor unserer Nase. Titus klebt förmlich an der Scheibe, und ich nutze die Gelegenheit und führe ihm ein wenig die Magie des Tauchens vor, damit er für unseren morgen beginnenden Urlaub gerüstet ist und weiß, was Norman und ich dort vorhaben.

Ungefähr auf der Hälfte der Strecke steht das riesige Pandahaus, ach was, Halle trifft es besser. Voll klimatisiert, unfassbar groß, wunderhübsch wie ein Bambushain bepflanzt, und alles für zwei mittelgroße Pandas. Die Asiaten sind natürlich hin und weg, der Souvernirshop wird gestürmt, noch bevor man überhaupt die Tiere zu Gesicht bekommen hat. Und Titus wirft dann auch nur einen kurzen Blick auf das mampfenden Panda-Weibchen und findet sie dann schon langweilig und will weiter.

Im Eintritt enthalten ist eine kleine Bootsfahrt auf dem See, zum Glück weht uns dabei ein wenig Wind um die Nase, denn die Sonne brennt ungehindert auf uns nieder, und Tiere sind auch bis auf zwei Schildkröten im Wasser keine zu sehen. Viel spannender ist dann der Besuch im Gehege der Totenkopfäffchen, die sind nämlich sehr unerschrocken und turnen nur Zentimeter von uns entfernt vorbei.

 Einen echten Höhepunkt erleben wir dann noch einmal kurz vor dem Ausgang: ein unfassbar großes Aquarium, das von unten, oben und von den Seiten betrachtet werden kann. Darin tummeln sich massenhaft Fische, Otter – und ein paar Seekühe! Zunächst versteht Titus gar nicht, wovon ich rede, unter „Seekuh“ kann er sich nicht so recht etwas vorstellen, doch dann schwebt eine direkt von unseren Gesichtern vorbei, und die Begeisterung ist groß.

Sehr glücklich fahren wir nach fast 5stündigem Besuch mit dem Bus nach Hause, Titus ratzt ein paar Stationen vor unserem Zuhause noch ein und hält ein kurzes Nickerchen, ist nach wenigen Minuten aber wieder munter und spielt daheim fast zwei Stunden mit Nachbarskind Gabi (und ihrer Nanny), während ich halbwegs in Ruhe unsere Koffer packen kann.

Auf dem Sportplatz am Haus toben am frühen Abend zig Nachbarskinder herum und spielen Ball, während Titus und Gabi mit den Rollern dazwischen umherflitzen und sichtlich Spaß haben, bis ich den völlig verschwitzten Junior in die Dusche und nach dem Abendessen direkt ins Bett dirigieren kann. Und heute schläft er innerhalb von fünf Minuten ein…

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