Kinospaß

Kinospaß

Schon um kurz nach halb 7 kräht mir ein aufgeweckter Titus ins Ohr: „Aufstehen, Mama. frühstücken – ich hab‘ so ein großes Loch im Bauch!“ Ich kann ihn immerhin so lange vertrösten, bis die „7“ auf der Uhr vorne erscheint.
Bis dann auch Norman auf der Bildfläche erscheint, haben Titus und ich schon gefrühstückt bzw. den ersten Kaffee intus, diverse Puzzles gemacht und den Stoff für ein paar neue Unterhosen für’s Kind ausgesucht und zugeschnitten.
Mit tatkräftiger Unterstützung darf ich die dann auch tatsächlich noch nähen, während Titus die Nadeln anreicht und die Fäden in den Papierkorb wirft. Er hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, dass ihm die gekauften Hosen nicht gefallen, und nun muss wohl ich ran…

Anschließend backen wir einen Hefezopf – besser gesagt: zwei, nämlich einen mit Rosinen und einen ohne. Noch während die beiden im Ofen backen, verabschiede ich mich von meinen Männern, die schon im Pool baden, und mache mich auf zur Samstags-Chorprobe.

Die ist heute sehr kurzweilig, denn wir sind eine sehr geschrumpfte Truppe – in der kommenden Woche haben die meisten internationalen Schulen Ferien, und so sind viele bereits im Urlaub. Nach bereits zwei Stunden ist die Probe beendet, und im Anschluss sitzen wir gemütlich im Schatten draueßn beisammen und betreiben „socializing“. Norman und Titus stoßen dazu, und das Kind wird sofort von den Damen aus Alt und Sopran adoptiert und futtert sich durch die mitgebrachten Kuchen und Süßigkeiten (vor allem Wackelpudding mit Drachenfrucht und Ananas hat es ihm angetan), während ich an einem Gläschen Wein nippe und der Rosinen-Zopf merklich schwindet.

Nach einem Stündchen verabschieden wir uns und fahren rüber in den Botanischen Garten. Nach einer ausgiebigem Runde auf dem Spielplatz kehren wir im Restaurant „Bee’s Knees“ ein, und während der Salat eher so lala ist, besteht das Kindermenü tatsächlich aus Pommes und (!) Pizza und Schokokeksen und Zitronenlimo. Nun ja, immerhin wird Titus definitiv satt.

Es ist bereits dunkel, als wir ein paar Meter weitermarschieren zur großen Wiese – dort findet heute eine Open-Air-Kinovorstellung von „Sound of Music“ statt, Eintritt frei natürlich. Als wir dort fünf Minuten vor Beginn eintreffen, sitzen bereits hunderte von Familien und Gruppen auf Picknickdecken (die hier in Singapur stets einfach aus einer Art Plastikplane bestehen) auf dem Rasen. Wir platzieren uns seitlich vorne, Titus bekommt sofort von den hinter uns Sitzenden Kekse angereicht, und schon geht es los. Wie sich herausstellt, kennt Norman den Film nicht und für Titus ist es eh das erste „Filmerlebnis“.

Immerhin fast eine Stunde hält das Kind es aus, und ist halbwegs angetan von den netten Kinderchen und der hübschen Musik und fragt pausenlos. Aber irgendwann wird die Stimme deutlich müde, und wir verfrachten uns per Bahn und auf dem Roller bzw. Leihfahrrad nach Hause, wo Titus dann innerhalb weniger Minuten selig schlummert – während Norman schnell den am Vormittag gekauften Roller auf den Balkon stellt und noch mit einem „Brief“ der „Windelfee“ versieht.

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