Happy Diwali!

Happy Diwali!

Am Dienstag morgen schlingt sich Titus meinen indischen Schal um den Hals, ich ziehe mir ein passendes Oberteil über, wir befestigen den Puh-Bären am Roller und düsen so in kürzester Zeit in den Kindergarten.

Der Roller wird dort ordnungsgemäß geparkt, es stehen schon einige andere Kinderroller am Eingang, und ich gebe Titus in seinem Gruppenraum ab. Alle Erzieherinnen sind in festliche indische Gewänder gekleidet, der ganze Kindergarten ist mit Lichtern geschmückt, und beim Abholen am Nachmittag finde ich auch ein hübsches Rangoli vor. Titus zeigt mir dann auch stolz, welches der kleinen Öllämpchen-Gefäße er bemalt hat.

Auf dem Heimweg erklärt er mir: „Mama, weißt Du, worauf ich heute Lust habe? – Pfannkuchen zu backen!“ In der Woche zuvor habe ich mich darauf eingelassen, doch heute will ich bei der Hitze lieber an den Pool und wir diskutieren eine ganze Weile. Zum Glück treffen wir an der Haustüre Gabi mit ihrer Nanny, und die fragt sogleich, ob Titus zum Spielen kommen mag und ob sie für ihn Pancakes backen soll. Glück gehabt!

Die Kinder spielen sehr süß miteinander, und als Titus mal auf’s Klo muss, leistet ihm Gabi sogar dort Gesellschaft. Am späten Nachmittag wollen alle noch eine Runde raus zum Toben, und so düsen die Kleinen mit ihrem Rollern auf dem hauseigenen Sportplatz umher, während ich mit Gabis großem Bruder ein bisschen Körbe werfe, bis wir allesamt patschnass geschwitzt sind.

Abends im Chor ist nur etwa die Hälfte der Sänger anwesend; und Dirigent Alan plagt uns ganz schön und lässt auch bei Kleinigkeiten nicht locker. Das Weihnachtskonzert rückt näher…
Ich bin froh über die einsame und lange Busfahrt nach Hause, dort kann ich dann abschalten.

Mittwoch ist ja Feiertag, wir starten gemütlich in Deepawali, frühstücken ausgiebig, hängen herum und ich gönne mir am Vormittag eine Yogastunde.

Endlich habe ich „mein“ Studio gefunden, bei YogaMovement (eine Empfehlung von Normans Arbeitskollegin Laura) habe ich mich bereits nach der Probestunde sehr wohlgefühlt – und die 10er-Karte kostet dort auch „nur“ S$220. Heute ist „Core-Yoga“ dran, und die ganze Gruppe stöhnt während der vielen Haltepositionen für die Tiefenmuskulatur.

Im Bus bei der Heimfahrt treffe ich auf viele festliche gekleidete Menschen, alle sind Richtung Little India unterwegs. Ich fahre aber erst einmal zurück nach Hause und backe zusammen mit Titus einen Kirschkuchen mit Streuseln, denn am Nachmittag bekommen wir Besuch von Petra, Bo, Niclas und Lucas. Wir verbringen einen gemütlichen Nachmittag auf dem Balkon mit Kaffee, Kuchen und Eis und anschließend am und im Pool. Der 8jährige Lucas kümmert sich rührend um Titus und spielt stundenlang mit ihm in der Spielküche, Titus ist schwer verliebt und lässt bei der anschließenden gemeinsamen Fahrt nach Little India und beim Weg durch die Menschenmassen dort die Hand des Buben nicht mehr los, während er ohne Unterlass redet und immer wieder „Voll geil hier, oder?!“ ruft.

In den engen Gässchen ist unfassbar viel los, an den Marktständen voller Schmuck, Deko und Krachern schieben wir uns mühsam vorbei, die Gerüche und Geräusche und Eindrücke erinnern so sehr an Indien, dass wir uns in einem anderen Land wähnen.

Es wird bereits dunkel, als wir endlich ein kleines Restaurant finden, in dem noch genügend Platz für uns alle ist (Madras New Woodlands). Ohne viel Federlesen übernimmt der Chef des Hauses unseren Tisch und nötigt uns diverse Thalis, Dosas, Samosas und Lassis auf. Titus hat sich selbstverständlich zwischen die beiden großen Jungs gesetzt, geht selbstständig mit den beiden zum Händewaschen und mampft dann begeistert ein riesiges Dosa.

Auch wir sind sehr angetan vom Essen, der angebotene Nachtisch (Palappam) passt zwar nicht mehr rein, ist aber so lecker, dass wir ihn trotzdem aufessen.
Ermattet bezahlen wir die S$80 (für 7 Personen) und schlendern zur Bushaltestelle. Fasziniert betrachten wir den Trubel auf der hell erleuchteten und bunt geschmückten Hauptstraße, und Titus ist so aufgedreht, dass er kaum noch zu bändigen ist. Es ist schon nach halb zehn, bis wir das Kind endlich ins Bett bugsieren können, und ich muss versprechen, dass sein „Freund Lucas“ bald wieder zu Besuch kommt.

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