Freitag: Einkäufe, Bibliotheksbesuch und Hawker

Freitag: Einkäufe, Bibliotheksbesuch und Hawker

Am Freitag morgen eile ich nach dem Abstecher in den Kindergarten wie jeden Freitag zum Markt. Wöchentlich werde ich schneller beim Einkauf dort, ich kenne meine bevorzugten Stände und weiß inzwischen auch, dass Avocado am Obst- und Limetten dagegen am Gemüsestand zu bekommen sind.
Halbwegs routiniert bugsiere ich meine Einkäufe per Bus nach Hause und sitze dann pünktlich um 10 Uhr in der nahe gelegenen Craftsmen Coffeebar. Dort treffe ich mich mit Christiane, wir trinken vorzüglichen Chai Latte, plaudern ausgiebig und besprechen Details zu unserem gemeinsamen Artikel für das „Impulse“-Magazin. Sehr produktiv! Außerdem profitiere ich davon, dass die Profi-Näherin sich bestens auskennt und mich mit Tipps versorgt, wo es in Singapur schöne Jerseystoffe und Kurzwaren gibt. Während wir uns so gemütlich unterhalten, sitzt draußen auf dem Gehsteig eine fette Ratte und schnuppert ungerührt herum…

Nachdem wir uns verabschiedet haben, marschiere ich rüber ins Novena Square-Einkaufszentrum. Dort gibt es eine große Filiale von „Daiso“, einer japanischen Variante des Ein-Euro-Ladens – nur dass hier eben konsequent jeder Artikel S$2 kostet. Völlig überfordert vom unüberschaubaren Angebot schlendere ich zwischen den Regalen herum – hier gibt es alles, was man sich nur vorstellen kann, von Hausrat über Putzmittel hin zu Kosmetik, Werkzeugen, Lebensmitteln, Spielsachen, Schreibwaren, Schmuck, Autozubehör, Socken, Bastelzubehör, kurz: jeder nur erdenkliche Krimskrams.

Alles in kreischend bunten Verpackungen mit ausschließlich japanischer Aufschrift natürlich. Ich erstehe ein paar Kostüme für Halloween, denn wir sind demnächst auf einer Party eingeladen und als echte Verkleidungsmuffel denkbar schlecht vorbereitet.
Und auch schon die ersten Kleinigkeiten für den Adventskalender wandern in mein Einkaufskörbchen, denn neben dem Regal für Halloween-Deko ist auch schon die Weihnachtsabteilung bestens bestückt.

Draußen auf den Straßen hängen bereits die unfassbar großen Weihnachtsbeleuchtungen – natürlich noch nicht in Betrieb, denn zuerst ist nächste Woche ja erst Deepawali dran. Auch dafür flattern überall bereits Fähnchen, und auch unser Hochhaus ist an den Türen und der Garageneinfahrt mit „Happy Deepavali“-Girlanden geschmückt.

Am Nachmittag fahre ich mit Titus erstmals in die große Zentralbibliothek mitten in Bugis. Die wirklich riesige Büchersammlung ist beeindruckend, ich finde auf Anhieb brandaktuelle Reiseführer und es gibt sogar eine kleine Abteilung deutscher Literatur. Aber natürlich sind wir neugierig auf die Kinderbuchabteilung und werden nicht enttäuscht: zum einen ist sie unüberschaubar groß, zum anderen wunderhübsch wie ein Urwald eingerichtet, mit kleinen Leseinseln im Baumhaus-Look.

 Wir lesen uns querbeet durch die Bücher, die uns beim ersten Durchschauen am lustigsten erscheinen und nach zähen Verhandlungen können wir uns auf sechs besonders nette einigen, die wir dann natürlich mit nach Hause nehmen.

Da es bereits nach 18 Uhr ist, holen wir kurzerhand Norman vom Büro ab und fahren anschließend gemeinsam zurück nach Newton, um dort in den großen Hawker einzukehren. Die Dame am indischen Stand lässt mich beim Bestellen erst gar nicht zu Wort kommen, viel zu beschäftigt ist sie damit, Titus zu herzen und vollzuquatschen, der das ganz cool über sich ergehen lässt und routiniert ein „Naan“-Brot ordert. Mein Auberginen-Curry ist so scharf, dass mir die Schweißperlen auf der Stirn stehen, und doch so unendlich lecker, dass ich es komplett aufessen muss. Leider ist auch Titus‘ Naan scharf gewürzt, obwohl wir ausdrücklich „not spicy“ bestellt haben – da müssen wir eine neue Runde bestellen.

Während Norman nach seinem Ausgeh-Abend gestern und einer anstrengenden Arbeitswoche ziemlich kaputt ist und ins Bett geht, schaue ich den spannenden München-„Tatort“ von vergangenem Sonntag – dank eines Gratisprogramms, mit dem man Mediatheken durchsuchen und streamen kann, klappt das nun endlich auch trotz Zeitverschiebung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Translate »