Children’s Day

Children’s Day

Heute ist Children’s Day in Singapur – und zur Feier des Tages haben fast sämtliche Kindergärten und Schulen geschlossen. Immerhin gab es ein kleines Geschenk für Titus vom Kindergarten, doch es liegt an mir, das Kind den heutigen Tag über zu beschäftigen.

Titus ist natürlich ganz begeistert, dass heute kindergartenfrei ist, freut sich schon seit zwei Wochen darauf und ist also sehr kooperativ heute morgen. Zuerst bugsiere ich ihn in den Bus und wir fahren die zwei Stationen zu „unserem“ Markt. Schnell sind die Wocheneinkäufe beim Gemüse-, Obst- und Nudelstand erledigt, die Bäckerin freut sich wieder sehr, uns zu sehen und drückt uns eine Extra-Semmel in die Hand.
Der Einkauf ging so schnell, dass wir bereits um 10 Uhr schon wieder an der Bushaltestelle stehen – diesmal ist das Ziel aber: der Zoo!
Die Busfahrt ist schier endlos, heute ist es dazu unerträglich heiß und wir freuen uns, dass der Weg von der Bushaltestelle bis zum Zoo-Eingang wie so oft in Singapur durchgehend überdacht (und damit schattig) ist.

Da heute wie gesagt sehr viele Kinder von ihren Familien bespaßt werden, ist es unfassbar voll. Doch dank unserer Jahreskarte sparen wir uns das Anstehen, gehen direkt durch das Eingangstor und ergattern den vorletzten Buggy beim Verleih. Puh, erst einmal den Rucksack dranhängen – in diesem befinden sich etwa 5 kg Verpflegung. Denn zum einen ist das Essen im Zoo selbst sauteuer und nicht besonders toll, zum anderen braucht Titus dringend ein bisserl mehr auf die Rippen. Und unser Kind hat natürlich brav sofort Hunger und stoppt im Folgenden an jeder dritten Parkbank für eine Brotzeitpause.

Schlauerweise wählen wir die Route, die wenig begangen wird, und so merken wir in den ersten zwei Stunden unseres Besuchs nicht allzu viel von den Menschenmassen. Die Hitze treibt uns häufig in gekühlte Tierhäuser, und so stehen wir ewig bei den Pavianen, die sich akribisch und in aller Seelenruhe lausen („Mama, schau, die monkeys – die essen das ja!?“), beim weißen Tiger und im Reptilienhaus. Immer wieder kriechen große Warane über den Weg oder rascheln neben uns auf der Wiese, und Titus-Adlerauge entdeckt ein Orang-Utan-Kind, das direkt über unseren Köpfen Akrobatikübungen am Ast macht.

Wir sehen die Elefanten- und Giraffenfütterung, doch in der Sonne ist es einfach zu heiß. Mit fortschreitender Uhrzeit türmen sich aber mehr und mehr dicke Wolken am Himmel auf, gegen 14 Uhr hören wir alle paar Minuten lauten Donner, und endlich kommt ein wenig Wind auf.
Gegen halb vier ist das Kind ermattet – und ich auch – und wir steigen wieder in den Bus. Gerade, als die Bustür sich hinter uns schließt, öffnet der Himmel seine Schleusen und ein Unwetter beginnt. Beim Umsteigen zehn Minuten später strömen bereits Sturzbäche über die Straße und Titus spielt in den großen Pfützen.

Leider werden wir bei der darauffolgenden Busfahrt tiefgekühlt, wir sind leicht feucht und frieren bei 15 Grad Innentemperatur erbärmlich.
Ich kann Titus zuhause problemlos zu einem warmen Bad überreden, damit nicht schon wieder der nächste Schnupfen vorprogrammiert ist.

Gegen 18 Uhr brechen wir wieder auf, wollen mit dem Bus zu Norman, um ihn wie so oft freitags vom Büro abzuholen. Doch der Verkehr ist chaotisch, wir brauchen schon für zwei Stationen fast eine Viertelstunde, und so steigen wir kurzerhand in die MRT um – dort ist es zwar auch immer so kalt, aber diesmal habe ich Pullis für uns dabei! Titus amüsiert sich köstlich über die Namen der Stationen („Was soll denn Downtown sein?!“), so dass alle Umstehenden grinsen müssen.

Norman kommt uns bereits entgegen, und per Roller (Norman und Titus) bzw. zu Fuß (ich) geht es in die Amoy Street – und zwar schnell, denn inzwischen sind die fetten Gewitterwolken auch bis hierher gezogen und es blitzt und donnert bereits. In und rund um die Amoy Street reiht sich eine Bar und ein Restaurant neben das andere – ein echtes Ausgehviertel. Wir schlendern ein wenig herum und landen schließlich im „Urban Bites„, einem kleinen Lokal mit israelischer Küche. Bald schwelgen wir in Hummus, Halloumi und Granatapfelkernen, Titus verputzt Fladenbrot und Süßkartoffelpommes und erzählt von unserem Tagesausflug.
Beim Heimweg steht das Kind wie festgenagelt auf dem Roller und weist mich an, ich solle mir doch bitteschön ein Leihrad nehmen, damit man schneller vorankomme. Nun gut, zum Glück steht hier in Singapur wirklich an jeder Ecke so ein Radl, und ich muss mich ganz schön anstrengen, um den beiden Herren auf dem Elektro-Roller hinterherzukommen!

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