Badetag und Käfer-Besuch

Badetag und Käfer-Besuch

Der Sonntag lockt schon morgens mit strahlendem Sonnenschein – und Titus entdeckt zu seiner großen Irritation auf dem Balkon endlich das Geschenk der Windelfee mitsamt Brief. Das ganze ist ihm erst mal hochgradig unheimlich, er will nicht darüber sprechen („Nix sagen, Mama.“) und ist auch erst nach längerem Zureden willens, den neuen Roller überhaupt auszupacken.

Dann versteckt er ihn erst einmal in seiner Höhle unter dem Esstisch und verlangt nach Frühstück. Das wird zuerst auf dem Balkon eingedeckt, aber wir brechen nach kürzester Zeit ab, es viel zu heiß dort, die Butter schmilzt und wir zerfließen.
Also verwerfen wir die diversen Wanderpläne für heute und liegen bereits um kurz nach 10 Uhr am Pool. Als wenig später noch Titus‘ Freundin Gabi mit Familie anrückt, ist die Begeisterung groß und Norman und ich genießen die herrliche Ruhe, lesen, lassen uns ein leichtes Lüftchen um die Nase wehen und hören außer Wasserrauschen und Rascheln von Palmblättern nicht viel – Titus und Gabi spielen nämlich völlig selbstvergessen am Beckenrand mit Steinen, Wasser und ihren Eimerchen.

Gegen Mittag hole ich aus der Wohnung schnell eine zweite Kaffeerunde und ein paar Snacks, Gabis Familie bestellt Pizza und füttert Titus gleich mit, und am frühen Nachmittag lösen wir dann den „Badetag“ auf – wie Urlaub fühlt sich das an, sehr entspannend!

Titus kann sich nun endlich am Windelfee-Geschenk erfreuen und möchte eine Probefahrt machen. Also fahren wir per Bus rüber nach Kampong Glam und schlendern eine Runde durch die erstaunlich ruhigen Gässchen, essen ein Eis und Titus kann ich den autofreien Straßen prima Roller fahren.

Während die Männer per Bus nach Hause fahren, wage ich mich ins vollgestopfte Little India, dränge mich durch Menschenmassen bis zum Decathlon und shoppe noch schnell ein paar Strandutensilien für unseren Urlaub am kommenden Wochenende: Schnorchel, Tauchermasken, Badehosen, Flipflops… So praktisch, dass auch sonntags eingekauft werden kann.

Als ich nach Hause komme, ist in der Küche ganz schön was los, es brutzelt und zischt und die Luft ist wie in einem Dampfbad. Die Herren kochen Lasagne und es gibt natürlich keine Klimaanlage in der Küche. Ich bin daher froh, dass ich mich heute heraushalten kann und telefoniere lieber mit meinen Eltern.
Titus verputzt eine riesige Portion Lasagne, und kurz darauf holt noch der Lieferservice einen ganzen Schwung von Normans Hosen zur Reinigung ab – auch das ist wirklich praktisch!
Nachdem wir das todmüde Kind ins Bett verfrachtet haben, gehe ich kurz ins Bad – und hüpfe direkt wieder rückwärts raus. Mitten auf dem Waschtisch sitzt eine gut 5cm große Kakerlake und befingert mit ihren langen Fühlern meinen Zahnputzbecher. Igitt.

Da weder Norman und ich es hinkriegen, das Vieh einzufangen (denn Kakerlaken sind verdammt schnell – und wir schreckhaft), machen wir einfach die Tür zu und hoffen, dass das Insekt von selbst verschwindet. Leider kann ich mich aber auf die neuen Folgen von „Game of Thrones“ nicht so richtig konzentrieren und beschließe, dass ich heute lieber das andere Bad benützen will…

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