Wochenende in Singapur: Handwerken, BBQ und Strandausflug

Wochenende in Singapur: Handwerken, BBQ und Strandausflug

Egal, ob Singapur oder München – das Wochenende ist überall einfach immer viel zu kurz!
Da Norman am Freitag erst spät nachts aus Bangkok nach Hause gekommen war, standen Titus und ich erst einmal alleine auf morgens. Titus, der sich ja wie schon berichtet, aktuell sehr für Wochentage interessiert, grübelte eine komplette Dauer des Müsli-Schüssel-Leerens darüber nach, ob der Papa schon wieder in der Arbeit oder noch gar nicht zurück aus Thailand sei. Um 9 Uhr verriet ich dann, dass der Herr des Hauses noch im Bett liege und geweckt werden dürfe.
Auf dem Tagesplan stand: Bohren und Aufhängen. Und zwar zuallererst die Regale, Lampen etc. im Kinderzimmer.
 Werkzeug hatten wir zur Genüge, doch leider fehlten – wie immer – die passenden Dübel und Schrauben. Also: was heißt „Baumarkt“? Dann: das Internet befragen und nicht so recht fündig werden. Auf Nachfrage bei eingesessenen Singapurern dann die Antwort: es gibt gar keinen richtigen „Baumarkt“ in der Stadt, sondern nur überall kleine sog. „Do it yourself“-Shops in den Einkaufszentren.
Da wir eh mal ein bisschen rausund eine Runde spazieren wollten, marschierten wir rüber in die „Velocity“-Mall. Titus bestand darauf, mit dem Laufrad zu fahren, und bahnte sich laut hupend seinen Weg durch die samstäglichen Menschenmassen. Die Leute reagierten schwerst irritiert auf das weithin hörbare und rasant herumfahrende Kind, wie ja schon beschrieben, gehört Fahrradfahren nicht unbedingt zu den alltäglichen Dingen.

Immerhin wurden wir fündig und konnten dann Zuhause zumindest ein paar Bücherregale und Bilder, anbringen, den Fernseher mitsamt Stereoanlage aufbauen und die letzten beiden verbleibenden Umzugskartons auspacken.
Schon war es Zeit, aufzubrechen, denn wir waren zum Grillen bei Karsten und Hui Boon eingeladen. Um mitsamt unserem Salat und den Veggie-Würsteln (ohne die ist es für Titus kein richtiges „Grillvergnügen“) pünktlich anzukommen, bestellte Norman eine Uber-Fahrerin. Diese versinnbildlichte aber mit ihrer chaotischen Fahrweise alle Facetten, die gegen private Taxi-Fahrerei sprechen: sie war hochgradig nervös, dass wir ein Kind dabei hatten, stellte sich grundsätzlich auf die falsche Abbiegespur und entkam haarscharf (wirklich: haarscharf!) einem Unfall, als sie ohne Ankündigung urplötzlich die Spur wechselte. Der BMW-Fahrer neben ihr konnte gerade noch sein Steuer herumreißen und beschimpfte sie dann wüst. Völlig zu recht.
Während unsere Fahrerin deutlich sichtbar schwitzte, versuchten wir uns abzulenken, und Norman betrachtete begehrlich die vielen z.T. wirklich riesigen Durian-Stände am Straßenrand.

Trotzdem waren wir froh, als wir in Geylang unbeschadet aus dem Auto steigen konnte. Karsten erwartete uns schon am Eingang, denn ohne Erlaubnis kommt man ja in keinem Wohn-Komplex am Pförtner vorbei.
Der Grill wurde angeworfen, Titus verwickelte Karsten in eine Fachdiskussion zum Thema „Holzkohle- vs. Gasgrill“, und wir hatten einen sehr vernüglichen Abend – und waren anschließend sehr satt!

Schon wieder war das Singapurer „Oktoberfest“ ein wichtiges Gesprächsthema, und nun endlich zückte Norman sein Handy und bestellte direkt Tickets für den berühmten „Familien-Frühschoppen“ am Sonntag, den 24.9., im Swiss Club Tent, dem größten Oktoberfest-Ableger in Singapur. Wie gut, dass wir unsere Lederhosen/Dirndl haben verschiffen lassen!Nach dem ganzen Heimwerker-Stress am Samstag mussten wir am Sonntagn nun aber wirklich raus, und ich mein Vorschlag, wieder nach Sentosa an den Strand zu fahren, stieß auf allgemeine Zustimmung. Doch zuvor entdeckte Titus unter seinem Bett die Kisten mit der Darda-Bahn, das Geburtstags-/Abschiedsgeschenk von Regina, und dann musste natürlich zuallererst eine Rennstrecke gebaut und ausgetestet werden.

Endlich konnten wir los, vollbepackt, mit sämtlichen lebensnotwendigen Strandutensilien. Der heutige Uber-Fahrer beherrschte die Verkehrsregeln vorbildlich, und so erreichten wir nach gut 20 Minuten Palawan-Beach.
Exakt in diesem Moment zogen schwarze Wolken auf, und wir flüchteten uns bei Wind und ersten Regentropfen auf den großen – und überdachten Aussichtsturm. Dieser steht am „südlichsten Punkt Kontinental-Asiens“, und man hat eine hübsche Sicht über die großen Containerschiffe und den Strand. 


Da das Kind bereits vom Mittagshunger geplagt wurde, nutzte es die Zwangspause, um die kalten verbliebenden Grill-Würstel und den dazugehörigen Mais zu verdrücken. Resteverwertung par excellence!

So langsam ließ der Regen nach, und wir suchten uns ein nettes Plätzchen am Strand, bauten unsere Strandmuschel auf, und sofort wurde losgebuddelt. Sobald sich die Sonne durch die dichten Wolken geschoben hatte, wurde es schier unerträglich heiß, und ich musste dringend zur Abkühlung ins Wasser. Auch Titus rannen die Schweißtropfen ins Gesicht, doch wieder einmal konnte ich ihn zunächst nicht überreden, ins wirklich sehr warme Meer zu kommen. Doch plötzlich überwand er seine bisherige Angst vor dem Meer, und in der folgenden Stunde hüpfte, planschte, spritzte und schwamm das Kind umher, dass wir kaum unseren Augen trauen konnten.
Im folgenden war das Kind natürlich kaum aus dem Wasser zu kriegen, und erst die Aussicht auf ein Eis lockte ihn zurück an den Strand – nur um danach sofort wieder ins Wasser zu rennen.
Dieser neue „Mut“ musste ausgenutzt werden, und wir übersiedelten vom Sandstrand in den Kinderbereich mit dem riesigen Wasser-Spielplatz, vor dem sich Titus beim letzten Besuch so gefürchtet hatte. Auch jetzt war er zunächst sehr skeptisch, aber Norman bot alle Überredungskünste auf, und als ich nach fast einer Stunde mal die beiden Herren suchte, wurde ohner Pause gerutscht und herumgespritzt am großen Piratenschiff.

Da es am Nachmittag wirklich sehr heiß wurde, fuhren wir per Taxi zurück, denn von soviel Wasser und Sonne waren wir doch etwas erledigt. Eine kurze Regenerationsphase mit Kaffee und Kuchen zuhause, und schon machten wir uns auf zum nächsten Termin: Norman wollte einen Friseur/Barbershop ausprobieren.
Für die knapp 1.5 km Strecke dorthin wagten wir uns dann zum ersten Mal auf die Fahrräder. Titus nahm sehr begeistert im Fahrradsitz Platz, und wir kurvten los – ein paar Male entgegen der Einbahnstraße, ein paar Mal über den Gehsteig, durch den großen Kreisverkehr an der Newton Road, bergauf und bergab bis in die Orchard Road. Zum Glück ist sonntags nicht allzu viel Verkehr, und es klappte hervorragend, allerdings ist beim Abbiegen Vorsicht geboten, denn Autofahrer nehmen da grundsätzlich keine Rücksicht auf Radler. Und dazu kommt ja noch der Linksverkehr!

Wir erreichten trotzdem heil das „Paragon„-Einkaufszentrum, und während Norman sich bei „Papa Poika“ aufhübschen ließ, stürtze sich Titus auf den großen Kinderspielplatz mitten im 5. Stock des Luxus-Shoppingtempels. Und auch im Barbershop selbst gab es zur großen Freude eine riesige Spielecke mit Duplo-Steinen, und das Kind verlangte, künftig „nur noch“ zu diesem Friseur gehen zu wollen.

Was mich in dieser Mall erfreute, war, dass das weltbeste Dumpling-Restaurant „Din Tai Fung“ eine Filiale im Untergeschoss hat, und so gab es zum Abschluss des Wochenendes Unmengen Dumplings für alle. Titus verputzte sicherlich ein komplettes 10er-Körbchen Tofu-Spinat-Dumpling alleine, nach soviel Herumtoben und Baden musste wohl der Energiespeicher wieder aufgefüllt werden. Norman und ich probierten uns durch Pilz-Trüffel- und Erdnuss-Kokosnuss-Dumplings und radelten dann mit sehr vollen Bäuchen zurück nach Hause.

Ich wiederhole mich: so ein Wochenende ist einfach viel zu kurz!

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