Pool-Glück und Wochenstart mit neuem "Job"

Pool-Glück und Wochenstart mit neuem "Job"

So ein fauler Sonntag geht ganz schön schnell vorbei! Zuerst frühstücken wir gemütlich (naja, ich trinke morgens ja nur eine große Tasse Milchkaffee), dann gehe ich ins Gym und anschließend in den Pool. Völlig unbeobachtet kann ich an meiner (noch!) nicht vorhandenen Kraultechnik arbeiten, und als ich völlig außer Puste den Kopf aus dem Wasser hebe, winkt mir Titus vom Beckenrand zu.
Wir baden eine ganze Weile, und einfach den Sonntag Vormittag im hauseigenen Riesen-Pool verbringen zu können, ist ganz schön luxuriös!

Während Norman anschließend mit seinem Roller die Nachbarschaft erkundet und mir begeistert von seinem Ausflug auf den nahe gelegenen Markt erzählt, hören Titus und ich ein Kinderhörbuch. Endlich klingelt es an der Tür, die Ikea-Lieferung ist angekommen. Sofort holen beide Männer ihre jeweiligen Werkzeugkästen und legen los, es wird geschraubt und montiert, und Titus redet dabei ununterbrochen, so aufgeregt ist er.

Endlich stehen die bestellten Regale, doch ich bin verwirrt – da fehlt doch noch das neue Schuhregal?! Beim Blick auf den Einkaufszettel stellen wir fest, dass wir es schlichtweg nicht gekauft haben. Also lohnt sich wirklich ein erneuter Besuch im Möbelhaus…

Ich telefoniere ausgiebigst mit der Familie und den lieben München (Ex-)Nachbarn, und Titus und Norman gehen auf einen Nachmittagssnack und einen kleinen Einkauf rüber in die Mall. („Papa, Du musst mir heute ein Eis kaufen. Du hast ja soviel Geld, weil Du ja immer arbeiten gehst.“) 

So praktisch, dass man am Sonntag alles liegen gebliebene erledigen kann.
Mit Nägeln fürs Bilder-Aufhängen und mit Backzutaten kommen die beiden zurück, denn Norman möchte gerne einen „Einstandskuchen“ mit in die Arbeit nehmen, und so werfen Titus und ich die Küchenmaschine an und backen einen sehr vorzeigbaren Marmor-Guglhupf.
Leider haben wir immer noch kein warmes Wasser, und das Abspülen ist mühsam.

Zur Belohung gibt es heute eine Pizza, die der Herr des Hauses großzügig bei Italiener gegenüber holt. Als wir die Pizzakartons öffnen, wird klar, warum die so günstig waren – die Pizzen sind nämlich nur etwas größer als eine handelsübliche CD, und wer unser Kind halbwegs kennt, ahnt, dass zumindest ich meine Pizza lieber nur zur Hälfte esse und den Rest für Titus übrig lasse.

Immerhin werde ich danach mit einem eiskalten Glas Riesling aus unserem eisernen Vorrat besänftigt, während wir endlich (!) wieder in die Game of Thrones-Sucht einsteigen. Es dauert nur ca. 1 Stunde, bis wir herausgefunden haben, wo wir im Juli jäh durch Verschiffung unseres Hausrates unterbrechen mussten, aber dann sind wir sofort wieder gebannt.
Von der ganzen Formel-Eins kriegen wir außer ein bisschen Feuerwerk-Gedonner überhaupt nichts mit, da wir keinen TV-Anschluss haben und das Rennen natürlich nicht irgendwo live im Internet
gestreamt wird. Mich interessiert Autosport eh nicht die Bohne, das kann ich also gut verschmerzen!

Der Wochenstart ist hier längst nicht so ätzend wie zuhause! Zum einen scheint uns morgens die sehr warme Sonne auf den Frühstückstisch, zum anderen liebe ich es, nur schnell ein Kleidchen anziehen zu müssen, und zum dritten haben wir natürlich überhaupt keinen Zeitdruck. Selbst Norman geht (recht gemütlich) erst um 8:15 Uhr aus dem Haus, Titus und ich ebenso. Im Kindergarten wird gerade das Thema „Bewegung und Mobilität“ behandelt, und Ms. Pooja empfängt uns gleich mit der Frage, wie wir denn morgens in den Kindergarten kommen. Das Kind antwortet mit „laufen“ und bekommt ein entsprechendes Bildchen. Die anderen Auswahlmöglichkeiten sind „Bus“, „Schulbus“, „Auto“ und „Taxi“. Tatsächlich sehe ich morgens und nachmittags einige Eltern im Taxi oder gar in der Limousine mit Chauffeur vorfahren…

Ich bin heute auch „geschäftlich“ unterwegs und fahre deshalb direkt mit der MRT von Newton nach Bukit Timah. Die anschließende Busfahrt will ich mir sparen, da ich eh zu früh bin, und möchte einen netten 20minütgen Spaziergang bis zur „German Association“ machen. Nach 10 Minuten bin ich nassgeschwitzt und die Wimperntusche verschmiert. Immerhin komme ich pünktlich um 10 Uhr im sog. „Deutschen Haus“ an – heute bin ich zur Redaktionssitzung des deutschsprachigen Magazins „Impulse“ eingeladen.
Eine nette Runde aus etwa 15 deutschen Frauen (und einem österreichischen Quoten-Mann) sitzt für gut 2 Stunden beisammen. 

Es werden die Themen für die nächsten beiden Ausgaben des monatlichen erscheinenden Heftes besprochen, außerdem entspinnen sich immer wieder Gespräche darüber, wo z.B. die beste Weihnachtsdeko zu kaufen oder welche Stadtführungen interessant sind. Ich als Singapur-Neuling lausche hochkonzentriert und mache mir unentwegt Notizen, damit ich nur ja keine gute Idee (Kochkurse, Ehrenämter, Yogastudios…) vergesse.
Am Ende der Sitzung bin ich die neue Verantwortliche für den Veranstaltungskalender und darf für die Januar-Ausgabe schon einen Artikel beisteuern. Alles ehrenamtlich natürlich. Noch viel besser ist aber, dass ich gleich mit zig neuen Handynummern und zwei Dates zum Kaffeeklatsch nach Hause fahre.

Gerade noch rechtzeitig erreiche ich unsere Eingangstür, anschließend geht ein Wolkenbruch biblichen Ausmaßes über Singapur nieder. Fast zwei Stunden lang blitzt es im Minutentakt, und der Donner ist so laut, dass ich kaum mein eigenes Wort verstehe, als ich wieder mein Glück beim Hausverwalter versuche. Der ist allerdings immer noch hilflos, was die Warmwasserproblematik angeht, und rät mir, mich mit unserer Maklerin auszutauschen.
Mit Schirm bewaffnet hole ich Titus ab, trotzdem sind meine Ballerinas nach zwei Minuten durchweicht, und so kann ich dann auch beruhigt mit dem sehr zufriedenen Kind in die großen Pfützen springen, denn nasser können die Schuhe nicht werden.

Zuhause hängen wir ein paar Bilder auf und gehen dann unserem Lieblingshobby nach: kochen. Stundenlang rühren wir Teig und backen Berge von Spinat- und süßen Waffeln. 

Wunderbarerweise kommt auf einmal wieder heißes Wasser aus dem Hahn, so dass wir gleich das Teig-Massaker beseitigen können. Wo das Problem bei der Wasserversorgung lag, bleibt rätselhaft.

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