Trübes Wetter und ein bisschen Trübseligkeit

Trübes Wetter und ein bisschen Trübseligkeit

Erst einmal vielen Dank an die Webseite Expatmamas – Im Ausland zuhause, die meinen Blog in Ihre Blog-Liste mit aufgenommen hat:
www.expatmamas.de/blogs
Warum ich über diese hilfreiche Sammlung und überhaupt über den Blog von Jonna nicht schon bei meinen früheren Recherchen über das Leben mit Kind im Ausland gestolpert bin, weiß ich zwar nicht, aber auch jetzt noch habe ich einige spannende Berichte und Artikel gefunden.
Da heute die komplette Stadt wolkenverhangen war und sich ein Gewitter an das andere gereiht hat, haben Titus und ich einen ziemlich ereignislosen Tag verbracht – außer zum Wocheneinkauf in den Fairprice-Supermarkt (wie immer nach dem Motto: Augen zu und durch – in Deutschland sind Lebensmittel einfach so unglaublich günstig!) schaffen wir es nicht mehr nach draußen.

Stattdessen lesen wir Bücher und hören Musik, malen und ich raffe mich sogar dazu auf, zum ersten Mal in meiner Ehe einen ganz Schwung Hemden zu waschen und zu bügeln. Die bisherige Suche nach einer bezahlbaren Reinigung war nämlich ergebnislos, pro Hemd werden hier im Umkreis um die 9S$ (also umgerechnet 6 Euro (!) verlangt, und das ist bei fünf Hemden pro Woche dann doch zu viel.
Titus schaut sehr interessiert zu, als er mich zum ersten Mal in seinem Leben bügeln sieht – ähem, das ist jetzt nicht übertrieben, bei uns daheim wurde bisher wirklich nie irgendwas gebügelt…

Nebenbei versuche ich gleichzeitig sein Händchen zu halten, denn das Kind hat unbändige Angst vor Donner, und deshalb bin ich mit dem Endergebnis nicht so ganz zufrieden, aber hey: immerhin fast 60 Euro gespart!
Als so langsam der Lagerkoller ausbricht, das Wohnzimmer aussieht, als wäre die Spielzeughölle explodiert und das Kind quengelig wird, ist es schon 18 Uhr und wir müssen sowieso los. Denn um quasi das Wochenende einzuläuten, holen wir wieder Norman von der Arbeit ab, und diesmal dürfen wir sogar sein Büro besichtigen, mit tollem Blick über den Hafen.
Zusammen spazieren wir erneut zum Hawker Center, die beiden Männer holen Dumplings und ich schwelge in südindischen Dosas, die saugut sind, aber halt auch sauscharf. Da wird mir ganz schön warm – zum Glück ist durch den Dauerregen die Luft deutlich abgekühlt und in T-Shirt und kurzer Hose ist es fast schon erfrischend draußen.
Pünktlich um 20 Uhr schaffen wir es dann auch diesmal zur Marina Bay und bestaunen die große Laser- und Musikshow, die hier jeden Abend vor dem Marina Bay Sands Hotel stattfindet.

 Wirklich sehr beeindruckend, noch spektakulärer ist allerdings der Blick auf die hell erleuchtete Skyline der Stadt vor uns, und Titus findet die Musik viel zu laut und überhaupt alles schon wieder sehr unheimlich.

Nach 15 Minuten ist die Schau vorbei, und das Kind findet seine Sprache wieder und plappert den kompletten halbstündigen Heimweg ohne Punkt und Komma, legt wie ein Profi seine Kinder-Chipkarte im U-Bahn-Eingang auf und spielt schon gekonnt den Stadtführer.
Morgen müssen wir dringend wieder raus, so ein Tag zuhause ist nicht wirklich auslastend!

Ich kenne ja solche Tage überhaupt nicht, in München hatten wir an jedem einzelnen Tag mindestens einen Programmpunkt, und fast jeder Nachmittag war mit einem Kaffee-/Spielplatz-/Schwimmbad- oder sonstigem Date ausgefüllt. Bereits am Sonntag wusste ich für jeden Wochentag genau, wen ich wann im Lauf der Woche alles treffen würde, und falls doch mal „Leerstand“ herrschte, konnte ich notfalls nach der Kita noch spontan beim Abholen ein Stündchen mit einer anderen Mama quatschen, während die Kinder weiterspielten. Oder wir gingen runter in den Garten, wo immer jemand aus der lieben Nachbarschaft am Sandkasten saß…
Genau diese ganzen Freunde und Bekanntschaften fehlen nun erst einmal völlig, unser soziales Netz (nach 16 Jahren München mehr als groß und stabil) besteht hier praktisch noch nicht einmal aus losen Fäden. Ich bin mir sehr bewusst, dass es dauern wird, bis wir wieder ein ähnliches Gefüge zur Verfügung haben werden – und trotzdem habe ich mich heute eine Freundin hergewünscht, mit der ich ein Stündchen quatschen kann…
Nun ja, immerhin sind wir wieder einen Schritt mehr „eingebürgert“, heute haben Titus und ich unsere „Long Term Pass Cards“ erhalten und führen nun einen Singapurer Ausweis mit uns.

2 Replies to “Trübes Wetter und ein bisschen Trübseligkeit”

  1. LIebe Nadine, ich habe gestern an euch gedacht: die Kinder und ich lieben das LIed „Kling Klang“ von Keimzeit und haben das gesten gehört. Die haben auch ein Lied mit dem Titel „Singapur“, das müsst ihr euch mal anhören. Wir lesen täglich eure news und sind ganz gespannt, wie es weiter geht. Alles liebe von LAura

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Translate »