Nationalfeiertag

Nationalfeiertag

Heute ist Nationalfeiertag, Singapur feiert den 52. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Das heißt aber nicht, dass hier alles lahmgelegt ist, nein, man ist zwar sehr stolz, Singapurer zu sein, aber Geschäfte machen geht immer vor. Deshalb ist draußen erst einmal alles wie immer, es wird geshoppt. Der Verkehr ist aber deutlich ruhiger, da zumindest die Büroangestellten frei haben und Zeit mit ihren Familien verbringen.
So auch wir – nach Ausschlafen, einem gemütlichen Vormittag mit Sport und ausgiebigem Schwimmen im Pool werden wir wie verabredet von Karsten abgeholt. Dieser, ein entfernter Verwandter von Norman und ehemaliger Basketballprofi (entsprechend groß ist der Gute dann eben auch), lebt seit über 10 Jahren in Singapur, ist mit einer Singapurerin namens Hui Boon verheiratet und die beiden haben den 9 Monate alten Sohn Kayle mit dabei.
Mit dem Auto fahren wir nach Dempsey Hill – auf einem Hügel im Grünen finden sich auf einem ehemaligen Kasernengelände viele Restaurants und Cafés, und nach einem kleinen Spaziergang kehren wir gemeinsam in das thailändische Lokal Tawandang ein, das sich rühmt, die beste Brauerei Singapurs zu sein.
Karsten als quasi Ortsansässiger übernimmt die Bestellung, und bald ist der Tisch voller Köstlichkeiten wie Mango-Salat, gebratenes Gemüse, Tom Kha Gai, Pineapple Rice, und dazu gibt es natürlich noch das eiskalte Bier.
Es schmeckt fantastisch, Titus kann gar nicht genug von Reis und kurz gebratenem Brokkoli, Mais und Karotten bekommen und wir müssen sogar noch eine Portion nachbestellen. Dabei unterhalten wir uns sehr nett, Karsten und Hui Boon geben uns einige Tipps für Ausflüge und Kurzurlaube in der Umgebung und erzählen aus ihrem Alltag in Singapur.
Zwar sind wir sehr gesättigt, doch beim anschließenden Spaziergang entdecken wir eine große Ben&Jerry’s-Eisdiele, der wahr gewordenen Traum für Eisliebhaber, und da müssen wir natürlich doch noch eine Nachspeise holen. Titus erobert drinnen sofort die Kinderspielecke, nur das Erdbeereis lockt ihn an unseren Tisch zurück.

Zu Normans Begeisterung findet sich auf dem Gelände sogar noch ein Durian-Stand: diese buchstäbliche Stinkfrucht hat gerade Hauptsaison und ganz Asien ist im Durian-Taumel – wobei die meisten sich eher vor Ekel schütteln. Der Geruch ist wohl sehr widerlich, in allen öffentlichen Verkehrsmitteln hängen große Schilder, dass das Mitführen von Durians strengstens untersagt ist, doch Norman möchte unbedingt eine probieren. Wir können ihn dann gemeinsam davon überzeugen, das auf ein anderes Mal zu verschieben.
Es ist schon später Nachmittag, als wir alle wieder ins Auto steigen – der kleine Kayle braucht sein Nachmittagsschläfchen und muss heim, und wir entscheiden spontan, noch einen Abstecher in den nahe gelegenen Botanischen Garten zu machen. 
Karsten fährt uns bis vor das Eingangstor, und wir marschieren einmal quer durch die riesige Gartenanlage. Es gibt einen Bonsai-Garten, einen Regenwald, in dem die Baumhörnchen von Ast zu Ast springen, zweimal kreuzen große Warane unseren Weg und die Zikaden machen einen Höllenlärm. 

Es ist ganz schön heiß heute, obwohl der Himmel wolkenverhangen ist, aber diesmal haben wir mit Mückenschutz vorgesorgt, und zu Titus‘ Begeisterung finden wir immer mal wieder Trinkwasserspender – in Erwachsenen- und in Kinderhöhe!
Überhaupt ist Singapur sehr kinderfreundlich: in jedem Kaufhaus bzw. in jeder öffentlichen Toilette gibt es Kinder-Klos und Kinder-Waschbecken, manchmal sogar in der Erwachsenen-Toilette einen Klappsitz mit Gurt, auf dem man das Kind „parken“ kann. Sobald wir in die Bahn oder Bus einsteigen, werden wir sofort auf einen Sitzplatz bugsiert, auch hier gibt es spezielle „Kind + Erwachsener-Sitze“, und in jedem Restaurant fahren die Bedienungen zusammen mit dem Kinderstuhl ein komplettes Kindergedeck auf.

Spielplätze gibt es sowieso an jeder Ecke, und auch hier im Botanischen Garten verbringen wir wieder einige Zeit am Sandkasten und dem Wasserspielplatz, bevor wir Titus endlich überreden können, mit dem Bus mit uns nach Hause zurückzufahren. Sogar im Doppeldeckerbus oben ganz vorne!

Dort koche ich zum ersten Mal in meinem Leben Reis im Reiskocher – denn ein solches Gerät, nagelneu, steht in unserer Küche, und im Handumdrehen ist unser Reissalat fertig.
Ab 20 Uhr spähen wir aus dem Fenster, denn zum Abschluss der großen Parade am Marina Bay soll ein großes Feuerwerk steigen. Doch leider sehen wir wegen der vielen Hochhäuser nichts davon, und Titus ist das Ganze eh hochgradig unheimlich, so dass wir die Vorhänge schnell wieder schließen und das Kind ins Bett stecken.

3 Replies to “Nationalfeiertag”

  1. Keine Sorge, Norman, wenn ich komme, essen wir gemeinsam Durian – in Bangkok habe ich gelernt, welche okay schmecken, und ab welchem Reifegrad der Faule-Eier-Geschmack dominiert 😉

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