Lazy Sunday

Lazy Sunday

So ein Sonntag ohne Plan kann sich ganz schön ziehen – auch das „kennen“ wir eigentlich nicht, hatten wir doch sonst an den Wochenenden immer so viel vor: Freunde treffen oder Ausflüge machen, sommers wie winters in die Berge fahren oder längst getroffene Verabredungen.
Heute dagegen wird erst einmal in aller Seelenruhe gefrühstückt und gespielt, und dann geht tatsächlich schon wieder das Packen los, denn am Dienstag und Mittwoch ziehen wir mit Sack und Pack in unsere neue Wohnung um.
Wirklich erstaunlich, dass nun schon fast ein Monat vergangen ist – und ich bin mäßig begeistert, schon wieder alle Dinge, die die Angewohnheit haben, sich quasi selbstständig in einer ganzen großen Wohnung auszubreiten, einzusammeln und erneut Kisten und Koffer zu packen…
Gegen Mittag raffen wir uns endlich auf, trotz der Regenwolken am Himmel wollen wir uns diesmal den West Coast Park anschauen. Auch ganz neu für uns: wir haben ja Zeit und keine Termine, also nehmen wir den Bus, der zwar im Gegensatz zur U-Bahn fast doppelt so lange braucht, wir dafür aber nicht umsteigen müssen und uns ganz nebenbei auch wieder einmal eine Stadtrundfahrt durch bisher noch nicht besuchte Viertel beschert.
So tingeln wir also gemütlich im Doppeldeckerbus (ganz oben, ganz vorne natürlich) Richtung Süden und dann Richtung Westen, bestaunen die großen Containerhäfen, die schicken Hochhäuser und die Parks.
Der West Coast Park zieht sich – wie der Name schon sagt, an der Singapurer Westküste entlang. Eine große Grünanlage mit Rad- und Spazierwegen breitet sich vor uns aus: es ist fantastisch, wie grün hier alles ist und welche tollen Gewächse im tropischen Klima gedeihen!

Wir schlendern umher, werfen immer wieder einen Blick auf den kleinen Hafen, und stellen belustigt fest, dass hier offenbar ein öffentlicher Campingplatz mitten im Park liegt. 


Offenbar gehört es für die indischen Großfamilien zum Wochenend-Vergnügen, einfach mal mit Kind und Kegel zum Zelten zu gehen. Warum auch nicht, außer einer Genehmigung der zuständigen Behörde kostet das Zelten hier nichts.
Direkt daneben liegt ein unglaublich großer Spielplatz, mit Rutsch-, Kletter- und Spielbereichen für alle Altersklassen. Es ist ganz schön was los, es wird in Englisch/Mandarin/Hindi/Tamil, aber auch auf Deutsch, Spanisch und Russisch getobt und gestritten. Die wenigen Sitzbänke außen herum sind schnell belegt (Achtung: Spielplatz-Architekten: immer auch an gemütliche (!) Sitzgelegenheiten für Eltern denken!!!), und während Norman noch beim nahe gelegenen Café den dringend nötigen Nachmittagskaffee und ein bisschen Nervennahrung besorgt, kraxelt Titus bereits die Rutschen hinauf und hinunter.

Fast drei Stunden halten wir es hier aus – nicht, weil es so wahnsinnig aufregend ist, sondern schlichtweg, weil wir nix Besseres vorhaben heute. Endlich ist es Zeit für den Aufbruch, mit dem Bus tingeln wir wieder einmal quer durch die Stadt, nun Richtung Osten und Norden. In Bukit Timah, einem Stadtviertel mir vornehmlich westlichen Bewohnern kehren wir in einer vielgerühmen Pizzeria namens „Peperoni“ ein. Diese liegt mitten im Wohnviertel, hier reihen sich entzückende Einfamilienhäuschen aneinandern, es gibt Bio-Läden und niedliche Cafés, auf den Parkplätzen stehen dicke Limousinen und Sportwagen, und gäbe es nicht asiatisch aussehendes Personal, würde ich mich in einer beliebigen Stadt Europas wähnen.
Die Pizza schmeckt fantastisch, das Kind bekommt ganz Singapur-like eine Kinderpizza mitsamt Getränk und Eis dazu für schlappe 4 Euro, während unsere Erwachsenen-Pizza mit jeweils 16 Euro ganz schön teuer ist. Scheint eine passable Mischkalkulation zu sein, der Laden brummt jedenfalls, und Titus verkündet noch während des Essens, dass man hier auf jeden Fall wieder hingehen müsse. Möglicherweise scheint die Kellnerin, die ein wenig Deutsch spricht und ihn direkt mit Stiften und Papier versorgt,  ihren Anteil daran zu haben.
Vollgegessen rollen wir (naja, oder eher der Bus) zurück nach Hause, und während Norman sich schon wieder für die kommende Arbeitswoche vorbereitet, arbeite ich wenigstens ein Viertel der verdrückten Kalorien auf dem Laufband ab…

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