Gartenbesichtigung Teil 2

Gartenbesichtigung Teil 2

Puh, heute bin ich irgendwie völlig erledigt und habe gerade schon ein Stündchen neben Titus geschlafen, nachdem ich ihn ins Bett gebracht hatte – so ein 12-Stunden-Tag mit Kind alleine ist ganz schön anstrengend! Und wenn ich ehrlich bin, habe ich in den vergangenen zwei Jahren nie solange Zeit alleine damit zugebracht, den Junior zu bespaßen und zu versorgen. Respekt an alle, die das dauerhaft machen.
Dabei hatte ich mir heute eigentlich vorgenommen, einen gemütlichen Tag zu machen, ohne allzu großes Programm. Den Vormittag verbrachten Titus und ich also im Apartment. Norman weckte mich um halb acht, als er ins Büro aufbrach, und ich stellte mich auf ein Stündchen Kaffeetrinken und Zeitung lesen ein, doch falsch gedacht: bereits 20 Minuten später tapste Titus bereits aus der Schlafzimmertür auf mich zu, und ab diesem Zeitpunkt war Spielen angesagt. Titus hat eine absolute Mal-Phase, doch leider gehen unsere Papiervorräte zur Neige, und so wird auf jedes noch so kleine Fitzelchen gekritzelt, welches anschließend irgendwo aufgehängt werden muss.
Immerhin konnte ich ihn gegen 10 Uhr dazu überreden, sich anzuziehen und mit mir eine Runde ins Erdgeschoss zu fahren. Dort reklamierten wir erst einmal beim Hausmeister den Boiler, der uns seit 6 Tagen dazu zwingt, „kalt“ zu duschen (naja, zugegebenermaßen ist „kalt“ eher „lauwarm“ und gar nicht so unangenehm bei den Temperaturen), danach shoppten wir nach unserem Erlebnis im Botanischen Garten noch Mückenschutz und mehr Pulverkaffee. Hatte ich erwähnt, dass mir meine Kaffeemaschine fehlt?!
Kaum 20 Minuten später stand bereits der Handwerker vor der Tür, der aber beim ersten Blick sogleich feststellte, dass wir schlichtweg immer den falschen Schalter fürs Warmwasser angestellt hatten. Problem gelöst.
Zeitgleich traf außerdem per WhatsApp die Nachricht ein, dass Maklerin Charissa den Besitzer der feschen Wohnung im Preis runterhandeln konnte (sogar unter unser absolutes Maximum)! Hurra! Diverse Textnachrichten später konnte Norman dann die Kaution überweisen, nun muss „nur noch“ der Mietvertrag unterschrieben werden. Ich bin froh, dass die Wohnungssuche so schnell funktioniert hat, vor allem, nachdem ich mittags beim Kochen durch den Müllschacht eindeutiges Getrippel hörte und nun schwer davon ausgehe, dass hier Ratten oder ähnliches Getier hausen…
Eine Nudelsuppe später (ein Hoch auf die meterlangen Supermarkt-Regale voller Asia-Nudelsnacks) konnten Titus und ich dann endlich aufbrechen und das Haus verlassen. Endlich erwischten wir einen Doppeldeckerbus, doch bereits beim Aussteigen eine Station später fiel das Kind die steile Treppe hinunter und die Begeisterung bröckelte. Titus beschloss, dass künftige Singapur-Besucher die Stadtrundfahrten im Doppeldeckerbus leider ohne ihn machen müssten.
Punkt 14 Uhr trafen wir am Marina Bay Financial Centre ein, um dort mit Norman zusammen zur Bank zu gehen, damit ich endlich auch eine ec- und Kreditkarte für unser Singapurer Konto bekäme. Drinnen im beeindruckenden Hochhaus der DBS sowie draußen auf den Gehwegen wuselten ausschließlich Männer im Anzug und Frauen im Kostümchen umher, wir waren eindeutig mitten im Business District gelandet. Obwohl Norman bereits vorab online eine Wartenummer „gezogen“ hatte, saßen wir dennoch eine ganze Weile herum, während Titus voller Bewegungsdrang um die Wartenden herumrannte, nur um kurz darauf unverrichteter Dinge wieder weggeschickt zu werden. Die Angestellte teilte uns nämlich mit, dass sie ein solches Anliegen nur bearbeiten könne, wenn wir einen dauerhaften Wohnsitz nachweisen könnten (das möblierte Apartment akzeptierte sie nicht) sowie ich ihr meinen „dependent pass“ vorlegen könne, den ich aber ja erst im Lauf dieser Woche erhalten werde.
Mist, also muss ich wohl weiterhin Norman um Bargeld anbetteln, das ich sehr unpraktisch!
Titus und ich nutzten anschließend die Gelegenheit, die nahegelegenen „Gardens by the bay“ zu besuchen. Die riesige Gartenanlage, auf einer künstlich aufgeschütteten Insel gelegen, kann kostenlos besucht werden, nur die Gewächshäuser sowie die großen künstlichen „Bäume“ kosten Eintritt. Der Garten ist wirklich herrlich, in verschiedene Themenbereiche gegliedert, und man hat von dort aus einen guten Überblick über die gesamte Stadt von der „Wasserseite“ aus. Leider ist der große Kinderbereich montags geschlossen, aber wir hatten dennoch Spaß, die verschiedenen Pflanzen zu bestaunen, Eidechsen zu entdecken und Frangipani-Blüten zu sammeln. Titus marschierte tapfer über das Gelände, leider vermisse ich bei manchen Strecken unseren Kinderwagen nun doch ein wenig, aber zumindest heute war er in Wanderlaune und wir kamen problemlos wieder zurück bis zur MRT.
Um diese zu erreichen, führt eine Fußgängerbrücke mitten durch das Hotel „Marina Sands Bay“, sehr beeindruckend.

Als ich in der U-Bahn-Station kurz vor einer Tafel des Streckennetzes stehen bleibe, um unsere Fahrt zu checken, spricht mich nach gefühlt 20 Sekunden ein Bahnmitarbeiter an und bietet mir seine Hilfe an. Sofort empfiehlt er mir die beste Verbindung, das passierte mir nun schon zum zweiten Mal innerhalb der letzten Tage und spricht sehr für den Service hier.
Tatsächlich erreichen wir knapp eine halbe Stunde später unser Apartment, verputzen noch schnell ein Eis und verbringen die folgenden Stunden wieder einmal im Pool: das einfachste Nachmittagsprogramm überhaupt!
Dementsprechend müde ist Titus nach dem Abendessen und verlangt kurz darauf vehement, ins Bett gebracht zu werden. So schläft er also schon fast, als Norman um halb neun endlich von der Arbeit nach Hause kommt – und ich auch!

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