Familienzuwachs und Sangeskunst

Familienzuwachs und Sangeskunst

Mit großem Trommelwirbel kündige ich die Nachricht an: wir haben Familienzuwachs bekommen! Gestern Abend, nach Normans Teamdinner, kam derselbige nämlich mit einer Dose nach Hause, in der Fisch „Noko“ sichtlich irritiert herumschwamm. Der siamesische Kampffisch (!), eigentlich Eigentum von Normans Chefin, kann nun leider bei der Zurück-Übersiedelung nach München nicht mit und nun wurde im Kollegenkreis ein neues Zuhause für das Tier gesucht. Und siehe da: wir machen offenbar einen vertrauenswürdigen Eindruck, und so zog Noko mitsamt Futter und eine „Gebrauchsanleitung“ bei uns ein.
Heute morgen machte Titus also erst einmal sehr große Augen, als ihm nach dem Aufwachen die Überraschung präsentiert wurde. Wir konnte ihn gerade noch davon abhalten, das Fischlein zu überfüttern – nur insgesamt 5 stecknadelkopfgroße Körnlein bekommt dieser pro Tag, und keines mehr!
Die Tagesaufgabe für uns war klar: Noko brauchte erst einmal ein richtiges Zuhause, in der Plastikdose konnte er nicht länger bleiben.

Also fuhren Titus und ich los Richtung City Square Mall, nachdem wir den sintflutartigen Regenguss am Vormittag abgewartet hatten. Dieses Einkaufszentrum liegt mitten in Little India, und das sieht man natürlich auch an den Menschen in der U-Bahn und beim Einkaufen – Saris, wohin man schaut!
Im sog. „Pets Lovers Centre“ fanden wir auch gleich das passende Mini-Aquarium, belohnten uns mit Rosinenbrötchen und Kaffee, fanden instinktiv die Kinderspielecke im Untergeschoss des Einkauszentrums und Titus arrangierte sich dort fast streitfrei mit einem kleinen asiatischen Mädchen bei der Benutzung der Spielgeräte.
Zuhause angekommen, durfte der kleine Kampffisch in seine neue Behausung umziehen, der Ortswechsel scheint ihm nicht allzu viel auszumachen.

Den Rest des Tages verbrachten wir damit, dem neuen Mitbewohner zuzuschauen, und während Titus das Wohnzimmer umkrempelte, recherchierte ich ein wenig nach Wochenendausflügen rund um Singapur.
Wie wir nämlich gerade erst erfahren haben, ist der 1.9. ein singapurischer Feiertag (Hari Raya Haji) und da dies ein Freitag ist, könnte man schön das lange Wochenende nutzen. Doch leider sind wir mit dieser grundsätzlich guten Idee nicht alleine – alle Ferienziele, die gut an einem Donnerstag Abend noch erreicht werden können und die uns so einfallen, sind entweder schon längst ausgebucht (es gibt ganze malayische und indonesische Inseln, auf denen nicht ein freies Bett mehr verfügbar ist)  oder die Flüge sind horrend teuer.
Ganz gut gefällt uns die Idee, nach Sumatra zu fliegen (ist nur ein Katzensprung, 90 Minuten Flug) und ein bisschen die Orang-Utans zu besuchen, eine Unterkunft habe ich schon gefunden, bei den Flügen müsste man noch ein bisschen pokern, doch leider fiel uns siedendheiß ein, dass unsere komplette Outdoor-Ausrüstung (Klamotten, Stirnlampen, Rucksäcke und vor allem: gute Schuhe) noch schön im Container eingepackt sind… Aufgabe für morgen also: Kleiderschränke durchforsten und abwägen, ob das Vorhandene für eine ausgiebige Dschungel-Wanderung reicht!
Die Wohnungstür öffnete sich heute schon um kurz vor halb 7, denn zum allerersten Mal, seit wir in Singapur sind, ging ich abends alleine „aus“ – und zwar zur ersten Probe des International Festival Chorus Singapore. Bereits im Vorfeld hatte ich per Mail Kontakt aufgenommen und wurde zum Vorsingen eingeladen, denn meine langjährige Chorerfahrung zeigt: es gibt nix Besseres, um neue Leute kennenzulernen!
Deshalb nahm ich die ellenlange Busfahrt auf mich, um ins gut 8 km entfernte Dover College zu gelangen, in der dortigen Aula findet immer dienstags von 19:30 – 22 Uhr die Probe statt. Bereits am Eingang traf ich auf andere Sänger, schnell kamen wir ins Gespräch und ich hatte gar keine Gelegenheit, verloren herumzustehen. Die Probe machte sehr viel Spaß, das Niveau ist für einen reinen Hobbychor hoch und ambitioniert ist auch die Auswahl der Stücke fürs Konzert am Ende des Jahres. Beim anschließenden „Socializing“, bei dem es viel Wein und noch mehr selbst mitgebrachtes Essen gab, konnte ich einige Sänger ein bisschen kennenlernen: der Chor hat gut 70 Mitglieder, mindestens 10-15 davon sind Deutsche, der Rest ist wirklich international.
Mit einem Glas Wein in der Hand wurde ich dann noch zum Vorsingen beim Dirigenten gebeten, aber das konnte ich innerhalb weniger Sekunden hinter mich bringen, und wurde mit den Worten verabschiedet: „How long will you exactly stay in Singapore?!“ – mein persönliches Intergrationsprogramm läuft also!

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