Abschied nehmen

Abschied nehmen

Nun sitze ich im 2. Stock des Hotels, in dem wir uns für unsere letzte Nacht in München einquartiert haben, trinke mit Norman Champagner und gucke auf das tolle Feuerwerk über dem Olympiapark, während Titus neben mir im Bett tief und fest schläft.
So, und genau so darf sich München von uns verabschieden!
Und wieder liegen die letzten 48 Stunden wie in einem Traum hinter mir. Der letzte Arbeitstag am Freitag verflog nur so, die Abschiedsrede und die -geschenke der Kollegen waren mehr als rührend und ich hätte mit so vielen warmen Worten gar nicht gerechnet, wo ich doch gerade mal 8 Monate mitgearbeitet habe. So fuhr ich gestern also recht herzerwärmt nach Hause, um dann sofort mit meinen Männern in den Biergarten aufzubrechen
Dort, am Chinesischen Turm, mitten im Englischen Garten und quasi im Herzen Münchens, feierten wir dann Abschied von unseren Freunden – und sie kamen zahlreich! Von 16 bis 22 Uhr saßen wir dort, kamen aus dem Erzählen und Umarmen gar nicht heraus, und Titus genoss die wilde Herumtoberei mit seinen Lieben sehr. Pünktlich zum Beginn unserer kleinen Feier kam auch nach einer Woche Dauerregen die Sonne heraus, aber damit hatten wir Gutwetter-Feierer ja gerechnet und hatten nicht einmal eine Schlechtwetteralternative eingeplant…

Und auch hier passierte wieder so viel in so kurzer Zeit, dass ich gar keine Zeit hatte, sentimental zu werden: das ständige Kommen und Gehen, Begrüßen und Verabschieden, dazwischen das Kind mit Apfelschorle und Pommes versorgen, dann wieder versuchen, mit möglichst jedem Besucher ausgiebig zu ratschen -und ehe ich mich’s versah, war ich schon wieder zu Hause und legte mich todmüde ins Bett. Keine Zeit für Rührseligkeit also.
Wie das Duracell-Häschen legte ich nach ein paar Stunden Schlaf heute morgen dann los: Wohnung putzen, packen, Schränke ausräumen, die letzte Wäsche waschen, Koffer wiegen… Zum Glück standen recht bald meine Eltern vor der Tür und packten tatkräftig mit an, v.a. holten sie erst einmal mit Titus zusammen Kaffee und Frühstück vom Bäcker. Ich vermisse die Kaffeemaschine schmerzlich!
Die Minuten und Stunden flogen nur so dahin, ständig tauchte noch eine „Baustelle“ auf – so mussten wir meinen Eltern doch noch mehr „übrig gebliebene“ Möbelstücke mitgeben als gedacht, außerdem stellten wir erst bei der Wohnungsübergabe an unseren Mieter fest, dass die Möbelpacker vor zwei Wochen einen ganzen Küchenschrank gar nicht ausgeräumt hatten (ausgerechnet den, in dem Eis- und Nudelmaschine sowie Waffeleisen gelagert waren), so dass wir nun noch diverse Haushaltsgeräte in den Koffern zu verstauen hatten. Irgendwann platzte mir der Kragen, denn so hatte ich mir meinen letzten Tag in unserer Wohnung nicht vorgestellt. Während Norman dann also unseren Mieter in Empfang nahm, schaffte der Rest der Familie es immerhin noch in die Eisdiele.
Und danach: wieder gleich mehrere Abschiede auf einmal. Zum einen von meinen Eltern, die wir immerhin noch auf einen baldigen Besuch im neuen Jahr festnagelten, zum anderen von unserer schönen Wohnung. Aber auch das ging so schnell, und es blieb keine Zeit zum Nachdenken, denn schon mussten wir unsere 120 kg Gepäck (verteilt auch etwa 8 Koffer und diverse Rucksäcke) ins benachbarte Hotel schaffen. Denn am Abflugtag noch die Wohnung putzen zu müssen, konnte ich zum Glück schon im Vorfeld abwenden, und deshalb sitzen wir eben nun bereits in Sichtweite unserer Wohnung im Hotel.
Dort angekommen, waren wir völlig ausgehungert und halb verdurstet und machten es uns erst einmal auf der Terrasse gemütlich, um einen sehr wohlverdienten Aperitif zu nehmen. Unsere Nachbarn, Christin und Markus, schauten noch auf einen Abschiedsumtrunk vorbei, und netterweise waren unsere Schulfreundin Julia mitsamt Mann und Freunden ebenfalls zufällig über Nacht im gleichen Hotel abgestiegen, so dass wir eine sehr fröhliche Runde waren.
Nach einer letzten Pizza bei Liebingsitaliener und einer letzten Runde durchs Viertel, wo wir auf der großen Wiese im Zentrum fast sämtliche Nachbarn beim Picknick antrafen, köpften wir nun zurück im Hotel die Schampus-Flasche, das Abschiedsgeschenk meiner Kollegen.

Ich bin sehr froh, diese Nacht nicht mehr in der so provisorischen Wohnung zu verbringen, denn momentan macht sich schon eher Urlaubsstimmung breit und es fühlt sich nicht so recht nach Abschied an. Dafür war wieder einmal viel zu viel los…

2 Replies to “Abschied nehmen”

  1. Hi Nadine, nORMAN & Titus, schön, dass Ihr diesen Stress jetzt hinter Euch habt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie die Phase an die Nerven ging… Es wird nun sicher um so schöner, wenn der Fokus nicht mehr der Abschied, sondern das Ankommen und Aufbauen in einer neuen Welt ist. Stress gibt's da sicher auch, aber das ist dann sicher Eustress. Und wenn alles Easy wäre, dann würd's ja jeder machen 😉 mELDET EUCH MAL WENN iHR zEIT & lUST FÜR gÄSTE HABT! dAS bRÜDERLE

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